The Way into the Desert

Der Bischof von Chur
schickt mich in die Wüste…

… und das ist gut und gewollt so:

 

2012_04_20_4436Seit März 2015 arbeite ich als Fidei-Donum-Priester im Apostolischen Vikariat Südliches Arabien – mit Wohnsitz Abu Dhabi. Vor einigen Jahren schon entstand das Interesse, als Priester anders zu arbeiten, als das in unseren Ortsgemeinden üblich ist. Zunächst konnte ich mich dieser Herausforderung als Seelsorger auf Kreuzfahrtschiffen stellen. Durch das Beispiel ehemaliger Studienkollegen, die heute in der deutschsprachigen Pfarreiseelsorge in Hongkong und in der Gefängnisseelsorge im peruanischen Lima arbeiten, kam der Wunsch nach mehr auf.

Via Fidei Donum entstand schliesslich der Kontakt zu Bischof Hinder nach Arabien. Ein erstes Gespräch mit dem Bischof bot mir in Zürich so viele Informationen, die ich entweder nicht verstand oder nicht glauben konnte. Schliesslich schloss dieses Gespräch mit der Einladung des Bischofs: “Komm und sieh!” (Johannes 1,46).

Im Januar 2014 betrat ich zum ersten Mal dieses mir völlig fremde Stück Erde – als Gast des Bischofs in Abu Dhabi. In vierzehn Tagen bekam ich einen kleinen Einblick in eine katholische Kirche, wie ich sie mir nie vorgestellt hätte. Während verschiedener Exkursionen durfte ich neben der Kathedralgemeinde von Abu Dhabi auch die Pfarreien von Ras al-Khaimah, Dubai, Jebel Ali und Al Ain sowie die Mission to Seafarers im Port von Dubai erleben – und war fasziniert. Schliesslich habe ich in in der Pfarrei von Abu Dhabi einige Tage als einziger priesterlicher Seelsorger mitgemacht – und habe eine Gemeinde erfahren, die mich als Newbie sicher gehalten und um so manche Klippe geschifft hat.

Wenige Monate später standen die Entscheidungen – jene des Bischofs von Abu Dhabi und meine: Im Frühjahr 2015 sollte es für fünf Jahre in die Wüste gehen. Ich danke allen, die auf verschiedenste Weisen diesen Exodus mitgetragen haben: zuerst natürlich dem Bischof von Abu Dhabi, Paul Hinder, für seine Gastfreundschaft und die Bereitschaft, mich aufzunehmen; dem Missionsinstitut Fidei Donum und den Verantwortlichen in der Schweizer Bischofskonferenz,  der römisch-katholischen Kirche im Kanton Zürich und dem Bischof von Chur sowie der Kirchgemeinde St. Peter und Paul (Zürich) und vielen Freunden, die oft parat standen, wenn ich nicht mehr so recht weiter wusste.