Travelogue

  • Fussball und Prophetie 17/07/2018

    WhatsApp Image 2018-07-15 at 22.56.05Die Weltmeisterschaft 2018 ist Geschichte. Und Frankreich ist Weltmeister – nicht ganz unerwartet, aber den Kroaten hätte ich es ja auch gegönnt. Shaheen, das emiratische Fussball-Orakel – ein Kamel natürlich – hat daneben gelangt. Wohl Zeit für die Pfanne. Der WorldCup war auch hier in den Wüstenstaaten vier Wochen lang das grosse Thema. In vielen Beizen in Abu Dhabi und auch bei uns im Pfarrsaal wurden täglich alle Spiele übertragen und regelmässig fand sich eine beachtliche Zahl von Zuschauern ein. Die Arabische Wüste hat zu dieser Weltmeisterschaft schliesslich auch einen ganz besonderen Bezug und das liegt unter anderem an zwei Männern, die bei dieser WM in sehr unterschiedlicher Weise aufgefallen sind.

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  • “Kleider machen Leute” 18/02/2018

    Die Kleidung von Arabern und Araberinnen ist immer wieder ein Thema. Während hingegen die Kleidung der Männer ausserhalb Arabiens so gut wie nicht sichtbar ist, findet sich die Kleidung der Frauen international immer wieder in der Diskussion – vor allem die Kopfbedeckung, die nicht nur von arabischen Frauen, sondern allgemein von Musliminnen getragen wird. Der arabische Mann ist im Auftreten ausserhalb seiner Heimat zurückhaltender. – Mehr als einmal ist es mir passiert, dass der Araber, der sich auf dem Weg von Abu Dhabi nach Zürich noch in Khandura neben mich gesetzt hatte, in Zürich in Jeans ausgestiegen ist. Ich finde das ein wenig bedauerlich: Es würde dem internationalen Verständnis arabischer und muslimischer Traditionen im Allgemeinen durchaus helfen, wenn auch Männer in traditioneller Kleidung ausserhalb ihrer Heimatländer mehr sichtbar wären. So beschränkt sich die Wahrnehmung – und die hitzige Diskussion – allein auf die Kleidung der Frauen – und zumeist auch nur auf ihre Kopfbedeckung.

    Ich habe mal ein wenig gegoogelt und einen ganz vernünftigen Überblick über die – vornehmlich arabischen – Kleidertraditionen gefunden:

    Source: Daily Express

    Source: fashion

     

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  • Video: Vereinigte Arabische Emirate: Eine Ministerin für Toleranz 23/05/2017

    ARD Weltspiegel – 21.05.17 | 06:10 Min.

    Sie ist klug, scharfsinnig und voller Ideen: Sheika Lubna al-Qasimi. Ihr Aufgabengebiet: Toleranz. Sie entstammt einer adligen Familie, aber ihren Erfolg hat sie sich selbst zu verdanken.

     

    Unbenannt

    “Da können wir uns eine Scheibe von abschneiden.”

     

     

     


    Lieber Martin, ich finde Dein Zeugnis mit Sicherheit punktuell glaubwürdig, aber… ich habe da viele Fragen…” – Ich bin für diesen Facebook-Kommentar sehr dankbar. Nach verschiedenen Reaktionen weiss ich, dass André mit seiner Haltung und seinen Fragen nicht allein ist.

    Ich möchte einladen, diesen Post – soll heissen: das Video (zum Anschauen Bild klicken) – zu kommentieren und damit zu einer sehr aktuellen Diskussion beizutragen.

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  • Portrait des FIDEI DONUM-Priesters Martin Stewen, im Einsatz in Arabien 24/04/2017

    von Clau Lombriser op

    ■ « Es gehe ihm ausgezeichnet », bekundet der FIDEI DONUM-Priester Martin Stewen
    (Chur) bei einem Gespräch. Mit 44 Jahren gab Martin vor gut zwei Jahren seine Stelle in
    der Pfarrei Embrach auf, um sich mit FIDEI DONUM in den Dienst der katholischen
    Kirche in Südarabien zu stellen. « Die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt ».

    Der vollständige Fidei-Donum-Bittbrief 2017 Vorderseite / Rückseite

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  • US-Wahlen – eine Kirchenspaltung mehr 19/11/2016

    imagesDie eine Hälfte der Welt bedauert das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen in den USA, die andere freut’s. Die Weltpolitik ist ein wenig sexistischer, rassistischer, xenophober und homophober geworden. Sollte man meinen. Meint aber nicht jeder. Papst Franziskus hat wohl gesagt: “Der Mann ist kein Christ.” – Aber wer hört schon auf den Papst.

    Meine Chefin, US-Amerikanerin aus dem Bundesstaat Virginia, ist sicher nicht unbedingt eine Democratic. Wie sie betont. Aber, wie sie mir wiederum mehrmals sehr eindeutig klar machte, in diesem Fall kann man ja wohl nicht anders. Ihr Mann führte mir dazu aus, was denn eine Wahl Trumps für die Staaten wirklich heissen würde. Ich geb’ das hier nicht gross wieder: Es sind die gleichen Aussagen, die landauf-landab in den internationalen Medien zu finden waren. Nach den ersten Fernsehduellen Clinton-Trump beherrschten dicke Augen die Morgenstunden und die Atmosphäre hier im Büro – fanden doch die Duelle mitten in arabischen Nächten statt. Aber von schlechter Laune keine Spur.  Bis dahin war die Welt recht ok.

    Als ich selbst am Morgen des 9. Novembers meine Schockstarre halbwegs überwunden hatte, schrieb ich meiner Chefin einen freundlichen Gruss: “Yeah, it’s a boy.” Okay, ich gebe zu: Sensibilität kommt anders daher. Die Antwort kam entsprechend spitz zurück. Ich überlegte für eine kurze Weile, das Büro zu meiden, aber das würde auch nicht helfen. Also hinein ins Vergnügen. Es war ein harter Morgen.

    Tage später traf ich unseren Diakon – ebenfalls aus Richmond in Virginia. Ich hatte ja gelernt. Und fragte vorsichtig: “Und – wie ist es so mit dem neuen Präsidenten?” – “Bestens – ich hab ihn ja gewählt”, – davon musste ich mich doch erst mal erholen. Und ich sagte nur: “Einen rassistischen , homophoben, xenophoben …” – ich weiss: nicht sensibel, – aber ehrlich. Worauf ich mir anhören konnte, was ich aus republikanischen Statements schon kannte.

    Die imagesnächsten Tage liessen mich dann mal die Stellungnahmen der katholischen Kirche in den USA ein wenig intensiver verfolgen. Die freundlichen Glück- und Segenswünsche überwogen deutlich. Zweckoptimismus in einer eh unabänderlichen Situation? – “Dieser Mann ist kein Christ.” Vielleicht waren all die freundlichen Worte auch der Versuch des Episkopats, zerbrochenes Geschirr zu kleben.

    Ich fühlte mich erinnert an das Lukas-Wort: “Denn von nun an wird es so sein: Wenn fünf Menschen im gleichen Haus leben, wird Zwietracht herrschen: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.” (Lukas 12,52)

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